Kultur bitte an der Rezeption abgeben

… und wenn möglich das Kopftuch gleich mit! Vielen Dank.

Ich dachte ich fall aus allen Wolken, als ich letztens die Berichte über den Benimm-Knigge für Araber las. Und wer hat‘s erfunden? Der Österreicher.

Das Österreichische Fleckchen Erde „Zell am See“ genannt ist der beliebteste Urlaubsort für (reiche) Araber, die den heißesten Monaten in ihrem Heimatland entfliehen wollen. Doch auch im Winter ist der Ort von ihnen gut besucht. Insgesamt sind diese mit 470.000 Übernachtungen die zweitstärkste Besuchergruppe, nach den Deutschen.

Die Österreicher finden das aber mittlerweile anscheinend gar nicht mehr schön. Die Ästhetik ihrer Umwelt scheint unter den vielen Burkas und dunkel angezogenen Frauen zu leiden. Also entwerfen der Tourismusverband, die Polizei und die österreichisch-arabische Handelskammer die aufklärende Broschüre „Where cultures meet“. Die Touristen werden darüber aufgeklärt, dass die Österreichischen Frauen FREI wählen dürften, was sie anziehen wollen Mehr von diesem Beitrag lesen

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Purity Ring

…darüber las ich heute zum ersten Mal. In Deutschland wird der Ring auch Reinheitsring genannt. Wenn Teenie ihn anlegt schwört er/sie, dass sie bis zur Ehe enthaltsam leben. Das heißt kein Sex vor der Ehe, kein Petting und selbst sexuelle Gedanken sollen tabu sein. Also alle Gedanken die in irgendeiner Art und Weise mit körperlicher Nähe zu tun haben werden unterdrückt. Das Reinheitsgelübde scheint in Amerika zu einem Trend geworden zu sein, dort bekennen sich immer mehr Stars durch einen Ring zur Enthaltsamkeit.

Was ich heute allerdings las, fand ich schon unnormal. In dem Artikel ging es darum, dass junge Mädchen ihren Vater heiraten und mit dieser Heirat einen Schwur leisten, dass sie bis zu ihrer Ehe unberührt bleiben. Und wo gibt es so was? Amerika! Welch Überraschung. Der schwedische Fotograf Magnusson machte auf diesen Lifestyle aufmerksam, indem er eine Fotostrecke über die „Pärchen“ rausbrachte.

Randy Wilson lud in den 90ger Jahren zum ersten Mal zum Reinheitsball („Purity Ball“) in Colorado ein. Bei diesem Fest tragen die Mädchen weite Kleider, die auch tief ausgeschnitten sein dürfen, tragen ein Riesenkreuz in den Saal und anschließend gibt es auch ein Dinner. Höhepunkt ist die symbolische Hochzeit mit dem eigenen Vater. Mehr von diesem Beitrag lesen

Tolerant, aber doch urteilend.

Vor kurzem schrieb Gregor unter einen in bosnischer Sprache verfassten Kommentar, dass er jetzt nur noch muslimisch lernen müsse. Mit einem Zwinkersmiley dahinter. Da ich nicht wusste wie der Kommentar gemeint war, fragte ich nach, warum eine Fremdsprache, von Muslimen gesprochen, gleich mit muslimisch gleichgesetzt wird. Gregor entschuldigte sich, gestand „von solchen Dingen“ nicht viel zu wissen und erklärte, dass er den Satz sarkastisch gemeint hatte. (Den genauen Verlauf könnt ihr hier in den Kommentaren nachlesen.)

Gregor erklärter mir, dass er nichts gegen Ausländer habe, warum auch? Was mich aber etwas stutzig machte war die Aussage: „Obwohl ich immer nicht gut finde, was zb. in der Türkei los ist und die Frauen regelrecht vergewaltigt werden, weil sie ja eh nur Putzen, Kinder kriegen und kurz zum bespringen sein sollten. Andere Rechte haben die ja nicht.“

Ich frage mich, woher nimmst du dieses Wissen Gregor? Woher hast du dieses Bild? Warst du jemals in der Türkei und bist du mit Türken, bzw. türkischstämmigen Menschen befreundet?

Diese Fragen hätte ich wirklich gerne beantwortet. Woher kommt so eine Denkweise? So ein Bild über die Türken? Zumal Gregor nicht der einzige ist, der so denkt.

Eure
Amitaf

P.S. Gregor, ich habe eine Bitte an dich, wenn du dir die Zeit nehmen würdest/könntest, um auf die Fragen ausführlich zu antworten und mir den Text per Mail zu schicken, dann würde ich den Text sehr gerne hier veröffentlichen. Da ich denke, dass die Kommentarfunktion zu eng dafür werden könnte und ich mich über eine ausführliche Antwort freuen würde.

Natürlich freue ich mich auch über jeden anderen Beitrag/Kommentar zu diesem Thema und eure Meinung dazu.

Dem Alltagsrassismus Gehör verschaffen – #SchauHin

Seit Freitag 15.55 Uhr steht er fest, der, von der Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay ins Leben gerufene, Hashtag #SchauHin. Die Idee zum Hashtag #SchauHin entstand letzte Woche bei der Konferenz: “Rassismus und Sexismus ab-bloggen”, organisiert von der Friedrich Ebert Stiftung in Berlin. Am Freitag wurde mit vielen anderen online diskutiert, wie ein Hashtag über Alltagsrassismus in Deutschland aussehen könnte, jeder konnte mit diskutieren und seine Ideen einbringen. Sieger wurde #SchauHin.

Die Twitter-Gemeinde scheint diesen Hashtag dringend gebraucht zu haben. Denn wo sonst sollten sie den Menschen mitteilen, womit sie im alltäglichen Leben konfrontiert werden? Die Twitter-Nutzer zeigen wie das Leben eines Migranten, eines Menschen mit einer anderen Hautfarbe und/oder einfach nur eines Menschen, der anders ist, in Deutschland aussieht. Sie möchten die Vielfalt der Menschen widerspiegeln und sichtbar machen. Mit wie vielen Vorurteilen wir in Deutschland zu kämpfen haben und was wir uns alles anhören müssen. Die Nutzer teilen ihre Erfahrungen und Erlebnisse allen mit und zeigen auf: Ja, es muss endlich darüber gesprochen werden! Die Rassismus Debatte muss endlich in der Gesellschaft ankommen und bewusst werden.
Das dieses Projekt erfolgreich sein kann zeigt uns die, Anfang des Jahres in den Medien heiß diskutierte, Sexismus-Debatte, an welcher sich die Idee zu #SchauHin orientiert(e).

Dieses Interview der taz mit Philipp Rösler zeigt, das Thema wird totgeschwiegen. Zweiundzwanzig Fragen und keine Antworten. Rassismus erhält keinen Einzug auf die mediale Bühne.

#SchauHin soll die Menschen dazu bewegen sich Fragen zu stellen: Wie rassistisch ist unsere Gesellschaft eigentlich? Wie rassistisch bin ich?

Es geht nicht darum zu zeigen dass Deutschland rassistisch ist, es geht auch nicht darum jemanden Vorwürfe zu machen. Es geht darum in der Gesellschaft ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen und zu schärfen.

Heute Abend um 20:15 Uhr spricht Kübra Gümüşay live mit Tilo Jung und Emran Feroz bei Jung+Naiv-Hangout über #SchauHin.

Hier einige Erzählungen und Erfahrungen zitiert:

 

 

Eure
Amitaf

Muslims on the Web

Eben sah ich dieses Video von Kübra Gümüşay auf Youtube. Es ist ein guter Vortrag, der vielleicht dem einen oder anderen die Augen öffnet und/oder eine andere Sichtweise aufzeigt. Sie berichtet über ihre Erfahrungen als Muslima im Web und mit den Social Medias. Viel Spaß beim Schauen.

Eure
Amitaf

Gastfreundlichkeit

Ich denke es gibt viele Menschen, die nicht einmal wissen wie man dieses Wort schreibt und ich frage mich wie diese Menschen erzogen wurden. Was für Werte hat man ihnen mitgegeben oder haben sie sich selbst zu einem Nicht-gastfreundlichen-Menschen entwickelt? Wenn ich bei jemandem zu Besuch bin, dann möchte ich nicht nach einer Stunde selbst um ein Glas Wasser bitten müssen. Ich habe einige „negative“ Erfahrungen mit der deutschen Gastfreundschaft gemacht. (So leid es mir tut dies so ausdrücken zu müssen, aber es waren nun mal immer deutsche Haushalte, die mehr als enttäuscht haben.)

Nun zu dem Anlass, warum ich diesen Artikel schreibe. Letztens war ich auf einen Geburtstag eingeladen. Da ich versprochen hatte zu kommen musste ich auch hin, obwohl ich nicht großartig Lust dazu hatte. Der Tag war anstrengend gewesen und ich hatte kaum eine Minute für mich gehabt. Ich bin also hin. Und wenn man mich auf einen Geburtstag einlädt, dann ERWARTE ich mindestens einen Kuchen, selbst wenn es ein „Billigkuchen“ ist. Aber: Pustekuchen! Da ich keinen Alkohol trinke gab es für mich Wasser Mehr von diesem Beitrag lesen

Talkshowthema Glaubenswechsel

Talkshowthema: „Glaubenswechsel. Ich habe mich für das Kopftuch entschieden.“

Britt eröffnet ihre Talkshow mit der Einleitung, dass sich mittlerweile 100.000 gebürtige Deutsche zum Islam bekennen. Tendenz steigend. Danach ruft sie ihren ersten Gast auf, der aus Liebe zu einem Mann den Islam angenommen hat. Alisha.

Alisha trägt mal das Kopftuch und mal nicht. Sie ist getrennt lebend, nach 6 Jahren Ehe. Sie war mit einem Muslim verheiratet. Britt fragt ob das überhaupt ginge, im Islam geschieden und nun sei sie ja keine Jungfrau mehr. Ich frage mich, ob diese Talkshowmoderatorin wirklich so uninformiert ist. Nein, wohl eher nicht. Solche Fragen beschäftigen wahrscheinlich die Mehrheit der Zuschauer, die keine Ahnung vom Islam haben.

Alisha versucht mehrmals zu erklären, dass sie noch sehr fehlerhaft sei und das Kopftuch nicht ständig trägt, da sie nicht von gewissen Gewohnheiten lassen kann. Ebenfalls erklärt sie, sie hätte den Islam durch ihren Mann kennengelernt und sich erst NACH DER TRENNUNG für das Kopftuch entschieden. Diese Tatsache wird im Laufe der Diskussion völlig untergehen. Danach werden weitere Gäste auf die Bühne gebeten. Insgesamt stehen sich am Ende drei Frauen mit und drei Frauen ohne Kopftuch gegenüber.

Das Thema Sex kommt auf. Eine Frau mittleren Alters (FMA) fällt fast vom Stuhl und kann ihre Empörung kaum im Zaun darüber halten, dass man ja ohne den Mann vorher getestet zu haben einfach heiratet. Den beiden Mädchen Selma und Isra ist dieses Thema sichtlich unangenehm, Mehr von diesem Beitrag lesen