Gastfreundlichkeit

Ich denke es gibt viele Menschen, die nicht einmal wissen wie man dieses Wort schreibt und ich frage mich wie diese Menschen erzogen wurden. Was für Werte hat man ihnen mitgegeben oder haben sie sich selbst zu einem Nicht-gastfreundlichen-Menschen entwickelt? Wenn ich bei jemandem zu Besuch bin, dann möchte ich nicht nach einer Stunde selbst um ein Glas Wasser bitten müssen. Ich habe einige „negative“ Erfahrungen mit der deutschen Gastfreundschaft gemacht. (So leid es mir tut dies so ausdrücken zu müssen, aber es waren nun mal immer deutsche Haushalte, die mehr als enttäuscht haben.)

Nun zu dem Anlass, warum ich diesen Artikel schreibe. Letztens war ich auf einen Geburtstag eingeladen. Da ich versprochen hatte zu kommen musste ich auch hin, obwohl ich nicht großartig Lust dazu hatte. Der Tag war anstrengend gewesen und ich hatte kaum eine Minute für mich gehabt. Ich bin also hin. Und wenn man mich auf einen Geburtstag einlädt, dann ERWARTE ich mindestens einen Kuchen, selbst wenn es ein „Billigkuchen“ ist. Aber: Pustekuchen! Da ich keinen Alkohol trinke gab es für mich Wasser und einen Saft. Als ich den Saft wählte, wurde ich auch noch gefragt, ob ich den verdünnt haben will. Multivitaminsaft-Schorle? War das ihr ernst? Wenn ich Saft will, dann meine ich auch Saft und keine Plörre! Es gab auf 15 Leute verteilt EINE Handgroße Schale Chips und eine kleine Packung (ca. 6,5 cm Durchmesser) Gummibärchen. Und das wars. Nichts weiter. Dann beschwerte sich die Gastgeberin auch noch, dass sie nächstes Mal nicht so feiert, da sie keine Lust habe alles wegzuräumen. Ich dachte, ich falle gleich vom Stuhl. Was bitte gab es wegzuräumen außer dieser paar Gläser? Das war zu viel für mich, ich machte mich dann auch Recht schnell wieder aus dem Staub. (Und so einen Geburtstag habe ich bis jetzt leider nicht nur ein Mal erlebt. Nicht in dieser Handlungsabfolge, aber das Ergebnis war das gleiche.)

Dann habe ich noch mehrere Freundinnen (mittlerweile Status: gehabt), die sich bei mir wie zu Hause fühl(t)en. Meinen einfach meine Wohnung wäre ein Selbstbedienungsladen und man könne darin rumstöbern wie es einem beliebe. Nicht ein Mal Schuhe ausgezogen schon gehts in die Küche und alles wird nach Essbarem durchwühlt. (Ich meine ganz ehrlich, was ist das für ein Verhalten?) Die Ironie an der Geschichte, betritt man ihre Wohnung, dann kriegt man noch nicht ein Mal Wasser angeboten und selbst wenn man darum bittet dauert es noch ein mal weitere 15 min bis man welches bekommt oder nochmals darauf hinweisen muss, dass man doch bitte ein Glas Wasser bekommt. Zu solchen Freunden bin ich immer furchtbar ungerne gegangen. Da ich mich unglaublich unwohl gefühlt habe. Mittlerweile hege ich solche Freundschaften auch nicht, da ich mich über solche Menschen ohnehin nur aufregen kann.

Was auch immer wieder schön ist, wenn ich darauf hinweise, dass man sich bitte die Schuhe ausziehen möge und prompt dafür gejammer und Kommentare ernte. Verdammt noch mal IHR seid zu Besuch bei anderen Leuten, also verhaltet euch auch gefälligst so. Mir ist es nämlich egal wie meine Freunde ihre Wohnung halten, aber in meiner erwarte ich, dass man meine Gepflogenheiten akzeptiert und respektiert.

Mein Fazit, mittlerweile gibt es viele Menschen, die mein Haus genau aus diesen Gründen nicht betreten. Solche Menschen sind für mich unerzogen und unverschämt. Ich habe viel Geduld, aber irgendwann habe auch ich die Nase gestrichen voll. Ab einem gewissen Alter erwarte ich auch ein gewisses Verhalten.

Eure
Amitaf

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Über amitaf86
Studentin.

11 Responses to Gastfreundlichkeit

  1. du sprichst mir aus der Seele!!! haha oh man, musste ich lachen als ich das lass!!! 😀 aber es ist tatsaechlich so. die dt Erziehung bleibt mir schleierhaft! 😀

  2. Carsten says:

    Wow, wer solche „Freunde“ hat, braucht keine Naturkatastrophen O.o Das mit den Manieren allgemein bestätigt meinen Eindruck, den ich in den letzten Jahren gewonnen habe. Schon traurig, wenn Tür aufhalten heutzutage was besonderes ist…

  3. Follygirl says:

    Ja nun…ich bin halt DEUTSCH… aber bei mir steht immer Tee (früher war das Kaffee) auf dem Tisch… oder eben was der Gast haben möchte, wenn ich es da haben.
    Ich selber gebe gerne und habe immer großzügig bewirtet. LEIDER stand ich damit auf der Looser Seite… beim Gegenbesuch (falls es überhaupt jemals dazu kam!) , keine Bewirtung, oder nur erst spät, oder nur sehr wenig…
    ICH wars dann leid und seitdem haben wir keine Freunde mehr. Ausnutzen lasse ich mich heute nicht mehr… und daß waren alles Deutsche!
    LG, Petra

    • amitaf86 says:

      Was soll man dazu sagen… Traurig. Lass dich von niemandem ausnutzen, diese Menschen sind es meist nicht wert. Aber schön, dass du nicht so bist und dich davon auch nicht beeinflussen lässt. 🙂

      LG zurück
      Amitaf

  4. Ohje, das kenne ich zum Glück nur aus meinem Nicht-Freundeskreis. Ich denke, dass gewisse Höflichkeits-Formeln von Eltern beigebracht werden. Meiner Mutter war es immer wichtig, dass sich jeder Gast, ob unangemeldet oder verabredet, bei uns wohl fühlt. Wir konnten immer eine Horde Freude mitbringen, meine Mutter hat dann einfach für 4 Leute mehr gekocht. So habe ich das kennengelernt und hege das gleiche Verhalten. Was du beschreibst ist wirklich schrecklich. Meine Freunde sind alle deutsch aber gastfreundlich und aufmerksam. Ich glaube das Verhalten wird stark durch die “Kinderstube” geprägt.

    • amitaf86 says:

      Du Glückliche! 😀

      Es ist beruhigend zu lesen, dass noch andere Seiten existieren. Ich fürchte nur, dass es solche immer seltener gibt.

      Btw. gute Besserung!

  5. GreenyArt says:

    Das kenne ich nur zu gut, vorallem diese Situation, dass sich Leute mehr zuhause fühlen als sie sollten. Hatte kurzzeitig mal ein (ehemalig) befreundetes Pärchen hier wohnen hatte. Das war anfangs völlig okay, ich wusste ja, dass es nicht für immer war. Aber sich hier aushalten zu lassen und keinen Respekt vor dem Eigentum anderer zu haben…wurden dann kurzfristig entfernt die beiden. Ich hoffe, ich werde mich nie so verhalten. ..

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