Tolerant, aber doch urteilend.

Vor kurzem schrieb Gregor unter einen in bosnischer Sprache verfassten Kommentar, dass er jetzt nur noch muslimisch lernen müsse. Mit einem Zwinkersmiley dahinter. Da ich nicht wusste wie der Kommentar gemeint war, fragte ich nach, warum eine Fremdsprache, von Muslimen gesprochen, gleich mit muslimisch gleichgesetzt wird. Gregor entschuldigte sich, gestand „von solchen Dingen“ nicht viel zu wissen und erklärte, dass er den Satz sarkastisch gemeint hatte. (Den genauen Verlauf könnt ihr hier in den Kommentaren nachlesen.)

Gregor erklärter mir, dass er nichts gegen Ausländer habe, warum auch? Was mich aber etwas stutzig machte war die Aussage: „Obwohl ich immer nicht gut finde, was zb. in der Türkei los ist und die Frauen regelrecht vergewaltigt werden, weil sie ja eh nur Putzen, Kinder kriegen und kurz zum bespringen sein sollten. Andere Rechte haben die ja nicht.“

Ich frage mich, woher nimmst du dieses Wissen Gregor? Woher hast du dieses Bild? Warst du jemals in der Türkei und bist du mit Türken, bzw. türkischstämmigen Menschen befreundet?

Diese Fragen hätte ich wirklich gerne beantwortet. Woher kommt so eine Denkweise? So ein Bild über die Türken? Zumal Gregor nicht der einzige ist, der so denkt.

Eure
Amitaf

P.S. Gregor, ich habe eine Bitte an dich, wenn du dir die Zeit nehmen würdest/könntest, um auf die Fragen ausführlich zu antworten und mir den Text per Mail zu schicken, dann würde ich den Text sehr gerne hier veröffentlichen. Da ich denke, dass die Kommentarfunktion zu eng dafür werden könnte und ich mich über eine ausführliche Antwort freuen würde.

Natürlich freue ich mich auch über jeden anderen Beitrag/Kommentar zu diesem Thema und eure Meinung dazu.

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Wenn man in der Oberstufe über den Islam diskutiert.

Zu meiner Oberstufenzeit waren die Themen „Islamismus“ und „Islamisten“ ein ganz großes. Natürlich wurde auch in der Schule darüber diskutiert. Irgendwann kam das Thema im Geschichtsunterricht auf. Meine schon Grundschulfreundin, türkischer Abstammung und Kopftuchträgerin, versuchte vergebens zu erklären, dass nicht alle Muslime Islamisten seien oder gar gleich. Ich hoffte das Thema würde nach ein paar Minuten abgehackt sein und wir könnten zur Tagesordnung übergehen, da ich in dieser Diskussion keinen Sinn mehr sah. Als wenn „die anderen“ je verstehen würden, was sie meinte. Da es in unserer Oberstufe ganze 3 Ausländer gab, mich eingeschlossen, kann man sich vorstellen wie die Lehrer und Schüler tickten (Ausnahmen bestätigen die Regel, diese konnte man allerdings an einer Hand abzählen). Als die Diskussion immer weiter aufgehetzt wurde und sowohl seitens meiner Freundin als auch seitens der anderen Schüler und der Lehrperson kaum noch zugehört wurde, weil jeder auf seiner Meinung bestand und eifrig die Medien nachplapperte, mischte ich mich ein. Da ich ein sehr rationaler Mensch bin versuchte ich beide Sichtweisen zu erläutern und zu erklären, warum die Lehrperson in ihrer Meinung nicht recht hatte. Irgendwann brach ein Streit aus. Ich war wütend auf den Lehrer, dass er seine Meinung so vehement und engstirnig vertrat, wie ein Pferd mit Scheuklappen, das nur geradeaus gucken kann. Das schlimmste, die Schüler nahmen sein Wort als bare Münze.

Meine Konsequenz aus diesem Unterricht, es bringt absolut nichts sich gegen Lehrer zu erheben, sie rächen sich. Von diesem Tage an hatte ich nie wieder mehr als 7 Punkte in Geschichte, vor allem nicht mündlich, während ich vorher immer meine 13 Punkte hatte. So schnell können Lehrer einem das Leben schwer machen. Toleranz und Akzeptanz? Fehlanzeige.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man über Religion NIEMALS diskutieren sollte, vor allem nicht in der Schule. Es bringt nur Nachteile.

Eure
Amitaf