Dem Alltagsrassismus Gehör verschaffen – #SchauHin

Seit Freitag 15.55 Uhr steht er fest, der, von der Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay ins Leben gerufene, Hashtag #SchauHin. Die Idee zum Hashtag #SchauHin entstand letzte Woche bei der Konferenz: “Rassismus und Sexismus ab-bloggen”, organisiert von der Friedrich Ebert Stiftung in Berlin. Am Freitag wurde mit vielen anderen online diskutiert, wie ein Hashtag über Alltagsrassismus in Deutschland aussehen könnte, jeder konnte mit diskutieren und seine Ideen einbringen. Sieger wurde #SchauHin.

Die Twitter-Gemeinde scheint diesen Hashtag dringend gebraucht zu haben. Denn wo sonst sollten sie den Menschen mitteilen, womit sie im alltäglichen Leben konfrontiert werden? Die Twitter-Nutzer zeigen wie das Leben eines Migranten, eines Menschen mit einer anderen Hautfarbe und/oder einfach nur eines Menschen, der anders ist, in Deutschland aussieht. Sie möchten die Vielfalt der Menschen widerspiegeln und sichtbar machen. Mit wie vielen Vorurteilen wir in Deutschland zu kämpfen haben und was wir uns alles anhören müssen. Die Nutzer teilen ihre Erfahrungen und Erlebnisse allen mit und zeigen auf: Ja, es muss endlich darüber gesprochen werden! Die Rassismus Debatte muss endlich in der Gesellschaft ankommen und bewusst werden.
Das dieses Projekt erfolgreich sein kann zeigt uns die, Anfang des Jahres in den Medien heiß diskutierte, Sexismus-Debatte, an welcher sich die Idee zu #SchauHin orientiert(e).

Dieses Interview der taz mit Philipp Rösler zeigt, das Thema wird totgeschwiegen. Zweiundzwanzig Fragen und keine Antworten. Rassismus erhält keinen Einzug auf die mediale Bühne.

#SchauHin soll die Menschen dazu bewegen sich Fragen zu stellen: Wie rassistisch ist unsere Gesellschaft eigentlich? Wie rassistisch bin ich?

Es geht nicht darum zu zeigen dass Deutschland rassistisch ist, es geht auch nicht darum jemanden Vorwürfe zu machen. Es geht darum in der Gesellschaft ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen und zu schärfen.

Heute Abend um 20:15 Uhr spricht Kübra Gümüşay live mit Tilo Jung und Emran Feroz bei Jung+Naiv-Hangout über #SchauHin.

Hier einige Erzählungen und Erfahrungen zitiert:

 

 

Eure
Amitaf

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Muslims on the Web

Eben sah ich dieses Video von Kübra Gümüşay auf Youtube. Es ist ein guter Vortrag, der vielleicht dem einen oder anderen die Augen öffnet und/oder eine andere Sichtweise aufzeigt. Sie berichtet über ihre Erfahrungen als Muslima im Web und mit den Social Medias. Viel Spaß beim Schauen.

Eure
Amitaf

Weltfrauentag

Mich hat es gestern doch überrascht, dass es doch EINIGE Frauen gibt, die mit dem Begriff „Weltfrauentag“ nichts anfangen können. Ich traf gestern ein paar Frauen, die mich ganz komisch ansahen, als ich ihnen den Weltfrauentag gratulierte. Ich mache mir nichts aus diesem Tag, obwohl er in unserer Kultur ähnlich wie in Deutschland der Valentinstag zelebriert wird. Frauen kriegen von allen Seiten Geschenke. Da ich mich nicht in diesem Freundeskreis bewege, hege und pflege ich diese Gewohnheiten nicht. Das Einzige was ich jedes Jahr mache, meiner Mutter ein Geschenk kaufen. Dieses Jahr gab es Schuhe. Sie sucht sich ihr Geschenk meist vorher aus und weiß was sie bekommt. Wozu sinnlose Sachen kaufen, die völlig überflüssig sind?

Auf der CeBIT kamen fremde Männer einfach auf meine Freundin und mich zu und gratulierten uns, sie war anfangs etwas verdattert, weil sie gar nicht wusste, warum uns gratuliert wurde, danach plauderte man kurz und jeder ging seines Weges. Auch Rosen wurden an Frauen ausgeteilt, zum Weltfrauentag.

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Eine Fluggesellschaft hat sogar super günstige Tickets nach Paris, nur für Frauen, angeboten, die nur gestern gültig waren. Leider waren die Flughäfen festgelegt und die waren alle im Ruhrpott. Zu weit weg, aber ‘ne schöne Idee war’s trotzdem.

Liebe Frauen ich hoffe ihr hattet einen schönen Weltfrauentag.

Eure
Amitaf

Gefährlicher Alkoholkonsum

Ich sehe mir gerade auf RTL die Sendung „Die Alkoholbeichte! Jenny Elvers – Die ungeschminkte Wahrheit“ an. Das erste was mir dazu einfiel war „die bekommt bestimmt viel Geld dafür“. Jetzt sehe ich mir die Frau an, die da sitzt und über ihre Vergangenheit spricht. Sie wirkt schwach und ausgelaugt, ein weiteres Wort, das mir zu ihr einfällt, wenn ich sie mir ansehe, ist „verbraucht“.

Jennys Mann tut mir leid, er sieht sehr mitgenommen aus. Auch aus der gemeinsamen Vergangenheit sieht man, dass ihr Mann sie sehr lieben muss. Ich selbst weiß nicht was ich von dieser Selbstdarstellung in den Medien halten soll. Ich finde es einfach nur peinlich. Auf der anderen Seite frage ich mich ob es nicht gleichzeitig eine gute Aufklärung für Menschen ist, die vielleicht in die Richtung tendieren den gleichen Weg einzuschlagen. Für Jugendliche ist es vielleicht auch eine Abschreckung? Mehr von diesem Beitrag lesen

Hamburg ist die beste Stadt für Frauen!

Mit dieser Überschrift werben die Gelben Seiten für die Hansestadt Hamburg. Hamburg hat fast genauso viele Singlemänner wie Singlefrauen und das Beste daran 24.060 davon sind Millionäre. Sollte Frau noch nicht von dem neuen (potenziellen) Wohnort überzeugt sein, dann wird sie spätestens jetzt ihre Koffer packen und umziehen, denn Hamburg hat sage und schreibe 250 Yogastudios, 209 Nagelstudios, 916 Kosmetikstudios und ist Spitzenreiter in Sachen Gastronomie, Clubs und Bars.

Also meine Damen, auf nach Hamburg! Mehr von diesem Beitrag lesen

WordPress-Thema: Ausländer / Migrant

Ich sah mir gerade die diversen Themen auf WordPress an, da fiel mir der Tag „Ausländer / Migrant“ ins Auge. Meine Erwartung nach dem Draufklicken auf dieses Themenfeld war etwas von Migranten geschriebenes zu lesen. Ihr Leben. Ihre Situation. Was sie bewegt. Vielleicht auch etwas Wissenschaftliches, Publikationen oder ähnliches. Doch stattdessen kamen nur Polizeianzeigen. (Ihr könnt euch ja selbst ein Bild davon machen.) Fahndungen, Berichte über Gewalttaten und Verbrechen findet man zu genüge.

Selbst wenn ich auf ältere Posts zurück gehe finde ich nur Negatives. Wie kann es sein, dass ausgerechnet  Ausländern und Migranten so ein negativer Tag „gewidmet“ wurde. Mehr von diesem Beitrag lesen

Wenn der eigene Körper zum größten Feind wird …

„Ich bin zu dick.“ „Ich muss mehr Sport machen.“ „Hätt ich doch bloß nicht die Schokolade gegessen.“ Viele von uns kennen solche Situationen, in denen wir es bereuen, wenn wir unseren Körper nicht 3 Mal pro Woche ins Schwitzen gebracht oder wenn wir doch mal eine Süßigkeit zu viel gegessen haben. Die meisten von uns haben heutzutage kein entspanntes Verhältnis zu ihrem Körper. Obwohl wir genau wissen, was wir tun müssen um uns gesund zu ernähren, fällt es uns schwer es umzusetzen. Dies alles führt zu einer ungesunden Situation. Ein schlechtes Gewissen plagt uns, wir können nicht mehr richtig genießen, Sorgen über das Gewicht, unser Bindegewebe und was nicht noch alles kommen auf. Statt uns das Leben zu erleichtern, setzt uns dieses Wissen unter Druck. Für eine kurze Zeit schaffen wir es ein paar Kilo abzunehmen, mehrmals pro Woche zum Sport zu gehen, keine Süßigkeiten mehr zu kaufen, früher oder später kommt jedoch die Couch-Potato, die Waage-Ignoriererin und der Schokoladenfan in uns durch.

Viele von uns sind mit ihrem Körper unzufrieden und kämpfen ständig gegen ihn an. Vor allem Frauen hadern mit ihrem Gewicht. Der Bauch wird als zu dick, die Oberschenkel als zu schwabbelig und die Hüften als zu breit empfunden. Jährlich unterziehen sich in Deutschland eine halbe Millionen Frauen einer Schönheitsoperation.

Männer fühlen sich ebenfalls unter Druck gesetzt. Essstörungen sind auch bei ihnen längst nicht mehr eine Seltenheit. Wünschen sich Männer einen schlanken Körper, dann werden sie essgestört, möchten sie hingegen dem männlichen Schönheitsideal (breite Brust, schmale Hüfte) entsprechen, so werden sie fitnesssüchtig. Im Jahre 2009 hatten sich bereits 19,5 Prozent aller Männer in Deutschland einer Schönheitsoperation unterzogen, während es im Jahre 2000 nur 10 Prozent waren. Sie erhoffen sich nach so einem Eingriff bessere Chancen bei Frauen und ein leichteres Berufsleben.

Die Medien fördern die Komplexe der Menschen umso mehr, indem sie klapperdürre und gestylte Models als die Beautys der Welt hinstellen. Und Jugendliche, wetteifern diesem Ideal zu einem Großteil nach. (Fast die Hälfte der 11-13 jährigen hat Erfahrungen mit Diäten.) Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen und dem eigenen Körper ist in unserer Gesellschaft zu einer wahren Epidemie geworden. Es fällt Mädchen schwer sich schön zu fühlen, wenn sie sich mit den heutigen Schönheitsidealen konfrontiert sehen. Dabei sehen viele nicht, dass der Einfluss dieser veröffentlichten Schönheits- und Schlankheitsbilder fatal und das Bemühen um so einen Körper meist aussichtslos ist. Das extreme Körperideal entspricht den Maßen 90-60-90 (Brust, Taille, Hüfte in Zentimetern) und die Konfektionsgröße 38 entspricht den Maßen 88-72-97. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Deutsche Frau ist ca. 1,63 Meter groß, wiegt 69,9 Kilogramm, hat einen Taillenumfang von 83 Zentimetern, einen Hüftumfang von 103,6 Zentimetern und einen BMI (Body-Mass-Index) von 26,1.

Was als schön und chic gilt, wird auch zunehmend vom Internet bestimmt. Dieses bietet leichten Zugang zu Pornografie und bereits junge Menschen werden mit den perfekten Körpern und perfekten Geschlechtsmerkmalen konfrontiert. Viele haben die Vorstellung, dass der Körper beliebig formbar ist, wie ein Avatar. Die American Sciety of Plastic Surgery berichtet, dass die Vaginalchirurgie das am schnellsten wachsende Segment unter den Schönheitsoperationen ist. In Deutschland wurden im Jahre 2008 schätzungsweise 20000 korrigierende Eingriffe vorgenommen und die Frauen wurden bei diesem Wunsch häufig von ihrem Partner unterstützt.

Die Autorin Susie Orbach empört sich darüber, dass es als normal gilt, seinen Körper nicht zu mögen. Orbach: „Millionen Menschen schämen sich für ihn, kämpfen gegen ihn, weil er sie verstört und verunsichert. Das ist ein immenses Problem und hat nichts mit Eitelkeit zu tun.“ Orbach spricht von „Körperterror“ und warnt: „Es ist viel ernster, als wir glauben wollen, genau genommen handelt es sich um einen Gesundheitsnotstand, der Namen trägt wie Selbstzerstörung, Übergewicht, Magersucht, Körperhass und Körperkult und Fitnesswahn.“

Viele Menschen glauben, wenn sie ihren Körper managen, dann werden sie auch glücklicher. Denn mit einem perfekten Körper, welcher der Norm entspricht, sind wir erfolgreich, anerkannt und begehrt. Vor allem Frauen denken, dass, wenn sie erst mal schlank sind, sie den Mann ihrer Träume finden, ihre Projekte verwirklichen können und erfolgreich sein werden. Niemand schaut uns schief an, wenn wir 3 mal pro Woche ins Fitnessstudio gehen oder uns kein Stück Kuchen gönnen. Jeder hat Verständnis, wenn wir Diät halten und wir ernten große Bewunderung, wenn es uns gelingt einen Marathon zu laufen. Indem wir unseren Körper im Griff haben, zeigen wir unserer Außenwelt, dass wir unser Leben im Griff haben. Unser Körper dient uns zur Selbstdarstellung und Selbstinszenierung, genauso wie unsere Kleidung, Wohnung, Auto. Durch den Körper kommunizieren wir mit der Umwelt und wie wir von ihr wahrgenommen werden wollen. Er dient uns als eine Art Schutzschild, ist er in Ordnung, dann brauchen wir keine Befürchtungen zu haben, dass andere unsere Unsicherheit, Traurigkeit, Selbstzweifel oder Überforderung merken.

Der Mensch muss lernen sich selbst so zu akzeptieren wie er ist, wenn er glücklich werden will. Dieses ist allerdings nicht so einfach in einer Welt, in der wir ständig aufgefordert werden uns zu verbessern, an uns zu arbeiten und immer nach Vervollkommnung zu streben.

Jeder Mensch sollte dann essen, wenn er hungrig ist und dann aufhören, wenn er satt ist. Ein bisschen mehr regelmäßige Bewegung und vor allem gesunde Ernährung reichen aus, um sich und seinen Körper fit zu halten. Einfach mal das Auto gegen das Fahrrad austauschen und in anderen Situationen das Fahrrad gegen einen Spaziergang. Man darf seinen Körper nicht  als seinen Feind betrachten, sondern sollte sich in diesem wohl fühlen, sollte sich in diesem willkommen fühlen. Genauso wohl, wie in seinem eigenen Heim, das nicht perfekt sein muss um einem Geborgenheit und Schutz zu bieten.