Talkshowthema Glaubenswechsel

Talkshowthema: „Glaubenswechsel. Ich habe mich für das Kopftuch entschieden.“

Britt eröffnet ihre Talkshow mit der Einleitung, dass sich mittlerweile 100.000 gebürtige Deutsche zum Islam bekennen. Tendenz steigend. Danach ruft sie ihren ersten Gast auf, der aus Liebe zu einem Mann den Islam angenommen hat. Alisha.

Alisha trägt mal das Kopftuch und mal nicht. Sie ist getrennt lebend, nach 6 Jahren Ehe. Sie war mit einem Muslim verheiratet. Britt fragt ob das überhaupt ginge, im Islam geschieden und nun sei sie ja keine Jungfrau mehr. Ich frage mich, ob diese Talkshowmoderatorin wirklich so uninformiert ist. Nein, wohl eher nicht. Solche Fragen beschäftigen wahrscheinlich die Mehrheit der Zuschauer, die keine Ahnung vom Islam haben.

Alisha versucht mehrmals zu erklären, dass sie noch sehr fehlerhaft sei und das Kopftuch nicht ständig trägt, da sie nicht von gewissen Gewohnheiten lassen kann. Ebenfalls erklärt sie, sie hätte den Islam durch ihren Mann kennengelernt und sich erst NACH DER TRENNUNG für das Kopftuch entschieden. Diese Tatsache wird im Laufe der Diskussion völlig untergehen. Danach werden weitere Gäste auf die Bühne gebeten. Insgesamt stehen sich am Ende drei Frauen mit und drei Frauen ohne Kopftuch gegenüber.

Das Thema Sex kommt auf. Eine Frau mittleren Alters (FMA) fällt fast vom Stuhl und kann ihre Empörung kaum im Zaun darüber halten, dass man ja ohne den Mann vorher getestet zu haben einfach heiratet. Den beiden Mädchen Selma und Isra ist dieses Thema sichtlich unangenehm, dennoch verweisen sie darauf hin, dass das nichts mit dem Menschen zu tun habe. Die FMA darauf: „Da haste einen, der hat keine Ahnung im Bett.“ Weitere Empörung ihrerseits. Etwas später sagt Britt zu diesem Thema, man kaufe doch nicht die Katze im Sack. Frau heirate doch nicht einen Mann, mit dem sie noch keine Erfahrungen ausgetauscht hätte. Aha, danke für die Aufklärung Britt, jetzt wissen wa ja alle wies geht. *räusper*

Ebenfalls von der FMA sie müssen doch gerade weil sie in Deutschland leben nicht das Kopftuch tragen. Sie hat immer noch nicht verstanden, dass es nicht um müssen, sondern möchten geht. Hoffnungsloser Fall.

Frage aus dem Publikum, von einem älteren Herren: „Ist man mit Kopftuch von jeglichen sportlichen Aktivitäten ausgeschlossen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Kopftuch Handball spielen kann.“ Isra antwortet, dass man dennoch alle Sportarten mitmachen könne.  Der ältere Herr darauf: „Ich war Profischiedsrichter, bei mir hätte keine mit Kopftuch gespielt.“ Das hat gesessen, sollte also wohl eine Fangfrage werden. Auf die Frage, warum das denn nicht möglich sein sollte kam die Antwort es sei eine „Verletzungsgefahr!“. Wieder etwas Schwachsinniges dazugelernt, vielen Dank für diesen sinnlosen Beitrag der Herr.

Selma (ohne Kopftuch), hat mit 15 Kopftuch getragen, ein halbes Jahr lang und schlechte Erfahrungen gemacht. Sie wurde von der Gesellschaft diskriminiert. Busfahrer hätten sie angepöbelt und sie wurde auch von anderen feindselig behandelt. Ihr Freundeskreis diskriminierte sie, und sie wurde von allen stark gemobbt.

Spricht dann Isra und Samira (diese mit Kopftuch) an und fragt mit lauter Stimme, warum sie sich schminken und die Augenbrauenzupfen. Während sie selbst sich als gläubig bezeichnet, das Kopftuch aber nicht trägt, sich selbst schminkt und freizügig angezogen ist. So ist’s richtig.
Studium mit Kopftuch? Das Thema durfte natürlich nicht fehlen. Also mal ehrlich Leute, warum sollte eine Frau mit Kopftuch keine Medizin oder Sonstiges studieren dürfen? In welcher Zeit leben manche Menschen eigentlich? Kopftuch ≠ Dummheit! Nur so nebenbei.

Britt nimmt eine junge Frau aus dem Publikum als Beispiel, dass man auch ohne Kopftuch Muslima sein könne. Sehr peinlich hier, die junge Frau hatte sich ausdrücklich als nicht Muslima geäußert und betont sie sei Alevitin.  Weiterhin betont Britt, dass Toleranz deutlich erweitert werden sollte. Und man den andern Leben lassen sollte, wie er sich wohlfühlt. Das war dann wohl der intelligenteste Satz der ganzen Sendung.

Für alle, die sich ein Bild von Isra und Selma machen möchten, die beiden haben auch einen Youtubekanal. Da könnt ihr einfach mal reinschauen und euch ein Bild von ihrer Denkweise und ihrem Leben machen.

Isra auf Youtube: Meine Orient Blicke
Samira auf Youtube: Samira hijabfashion

Eure
Amitaf

Anmerkung: Der Text wurde am 18. März verfasst, an diesem Tag wurde die Sendung ausgestrahlt.

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Über amitaf86
Studentin.

5 Responses to Talkshowthema Glaubenswechsel

  1. GreenyArt says:

    Ich habe ein Mädchen mit Kopftuch in meiner Klasse und sie sagte einmal sehr passend:“Ein Kopftuch ist kein Käfig. Ich bin trotzdem eine Frau!“

    • amitaf86 says:

      Wie muss sie sich gefühlt haben, um so eine Aussage zu bringen. Was treffenderes gibts echt nicht.

      • GreenyArt says:

        Ich denke, solche Aussagen kommen daher, dass leider immer noch so viele Menschen andere Religionen, andere Sitten und andere Bräuche nicht akueptieren können und gerade Frauen mit Kopftuch ständig schief angeguckt werden mit dem Hintergedanken der Frau als Minderwertiges. Und dabei sind wir schon im Jahr 2013…

  2. Jeanette D. says:

    Ich hab die Sendung auch gesehen. Ich finde, du hast eine sehr gute Zusammenfassung gebracht. Das Gute daran war wirklich, Isra und Samira kennenzulernen und durch Samiras Seite habe ich eine Schulkameradin gefunden, die jetzt auch Muslima ist.

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