Worte auf meiner Stirn – Nafisa Haji

Letztens suchte ich nach ’nem Geschenk, ein Buch. Ich weiß, klingt langweilig, ist es für die meisten wahrscheinlich auch. Aber ich verschenke wirklich extrem selten Bücher, ich kann an einer Hand abzählen, wie viele ich schon verschenkt habe. Beim rumstöbern auf der Hugendubel-Homepage sah ich mich ein bisschen bei den Schnäppchen um und entdeckte das Buch „Worte auf meiner Stirn“ von Nafisa Haji. Da es einen unschlagbaren Preis hatte wurde es gleich mitbestellt. Lange hielt ich mich von dem Buch fern. Verstaute es in meinem Bücherregal ganz tief hinter allen anderen Büchern, aber jedes Mal, wenn ich mein Zimmer betrat sah ich das Buch an und zwang mich mich wegzudrehen. Ich musste schließlich viele andere Texte viel dringender lesen. Aber ich wurde von dem Buch angezogen wie ein Magnet.

NafisaHaji_Worte_auf_meiner_StirnAm Sonntag schnappte ich mir dann das Buch schließlich und fing an zu lesen. Konnte es, wie schon geahnt, nicht mehr aus der Hand legen. Ein unglaublich spannendes Buch über ein pakistanisch-indisches Mädchen, das in Los Angeles geboren ist und dort aufwuchs. Saira wird mit den Werten ihrer pakistanisch-indischen Eltern großgezogen. Während ihre ältere Schwester sich an alle kulturellen Gepflogenheiten und Rituale hält beginnt Saira als junge Erwachsene ihr Leben in komplett andere Bahnen zu lenken. Während sie am Anfang schockiert ist von den anderen indischen Mädchen, die im Teenageralter kaum was von ihrer Kultur zu wissen scheinen und diese erst Recht nicht ausleben wollen, kehrt sie ihren Prinzipien und Werten, in ihren Studienjahren, den Rücken.

Ein Mädchen, wie jedes Migrantenkind, das hin und her gerissen ist von zwei Kulturen, die es vereinen und mit denen es leben muss. Ein Buch das zeigt, dass nicht alle Menschen über einen Kamm geschert werden dürfen. Ein Buch das zeigt wie es vielen Muslimen zu dem Zeitpunkt 9/11 ging und womit diese Menschen leben mussten und müssen. Das Buch zeigt, welche Folgen 9/11 für die Muslime in Amerika hatte und welche Schicksalsschläge unschuldige Familien ereilten.

Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen. Ich habe es, wie oben erwähnt, bei Hugendubel für nur 1!!! € erhalten. Hier der Link zum Buch: „Worte auf meiner Stirn“ – Nafisa Haji. Der Versand ist kostenlos.

Eure
Amitaf

Kleidung, die krank macht.

Wir alle kennen die kleinen weißen Säckchen, die wir in Schuhkartons und Verpackungen von Kleidern oder Taschen finden. Ich habe mich nie näher mit diesen weißen Säckchen beschäftigt, bis ich nicht neulich eine Doku, über Kleidung, die krank macht, sah. Darin ging es unter anderem um das Wandergift DMF, welches sich rasch in seiner Umgebung ausbreitet, sprich auch auf andere Schuhe übergeht, sofern diese sich in der Nähe befinden. Das Gift aus den Säcken kann zu Hautverbrennungen und Entzündungen führen.

In der Doku angesprochen wurden ebenfalls andere Chemische Gifte, die auch in Kleidungsstücken zu finden sind. Besonders auffällig waren die in Deutschland zu findenden Marken Graceland (von Deichmann), H&M, Tally Wejl, Levi‘s und Esprit. Einige Kleidungsstücke dieser Firmen werden mit starken toxischen chemikalischen Mitteln bearbeitet. Selbst wenn Bio Baumwolle auf den Etiketten der Kleider steht, dann ist es doch  gelogen, da zwar die Wolle bio ist, aber alle Bearbeitungs- und Färbemittel nicht. Nur Klein- und Mittelunternehmen bieten wirkliche Bio-Ware (was 1% unserer Kleidung ausmacht), denn Bio-Kleidung von der Stange gibt es nicht.

In den Herstellungsfabriken herrscht große Unwissenheit, die zu tödlichen Zwischenfällen und Krebserkrankungen führen, wie etwa in Indien, wo die Anzahl der Krebserkrankungen, in Städten mit Fabriken zur Kleiderherstellung, auf das Doppelte gestiegen ist. Die Devise lautet: Hauptsache Geld verdienen! Die westlichen Länder können nie genug kriegen und die dritte oder gar vierte Welt Länder kämpfen ums Überleben, die Gesundheit spielt dabei keine große Rolle.

Seitdem die Jeansbearbeitungsmethode mit dem Sandstrahl in der Türkei zu 100ten von Toten geführt hat, gibt es ein Anwendungsverbot dieser Methode. Doch die Textilbranche lernt nicht viel dazu, sie wechselt einfach das Land. In Bangladesch kann man schließlich noch günstiger produzieren und ein paar Bengalen mehr oder weniger, das interessiert niemanden.

Es ist traurig, wie wir in den westlichen Ländern eine solche Konsumgesellschaft und –wirtschaft auch noch unterstützen. Der Mensch könnte mit so viel weniger auskommen, aber die Gier nach mehr ist unersättlich.