Sextourismus in Thailand – Die Lage der Frauen

Im Januar schrieb ich etwas über den Sextourismus in Thailand. Heute erläutere ich kurz die Lage der Frauen. Quellen werden am Ende des Artikels genannt.

Die thailändische Gesellschaft lebt mit einer Doppelmoral. Auf der einen Seite braucht sie die Prostituierten, ihr Einkommen und ihre Solidarität und auf der anderen erniedrigt sie diese. Das Sexbusiness bietet den Frauen zwar ein höheres Einkommen, allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. In geschlossenen Bordellen werden die Frauen wie Sklaven gehalten und behandelt. Sie verdienen kaum mehr als Hausangestellte. Masseusen, Go-Go-Girls und freie Prostituierte hingegen verdienen im Monat zwischen 5000 und 10000 Baht (dies entspricht ca. 125 und 250 Euro).

Viele der Frauen werden von den Freiern so misshandelt, dass sie daran sterben. Dies wird oft als Unfall abgetan. Vier Fünftel aller Prostituierten hatte schon mindestens eine Geschlechtskrankheit. (Renschler, 1991, 124) Die meisten leiden an Blutarmut und Untergewicht. Drogen- und Alkoholabhängigkeit sind nichts Ungewöhnliches. Die Prostituierten konsumieren diese, um den Job ertragen zu können. Seit 1990 müssen alle Prostituierten die sogenannte „green card“ mit sich tragen, um nachweisen zu können, dass sie HIV-negativ sind. (Renschler, 1991, 128)

Quelle:
Renschler, Regula (1991): Ware Liebe: Sextourismus, Prostitution, Frauenhandel. 3. Auflage. Wuppertal: Peter Hammer Verlag.

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Hintergrund der Entwicklung des Prostitutionstourismus (in Thailand)

Das Vergnügen des weißen Mannes ist in Thailand zu einem Massenphänomen ohnegleichen geworden. Der Sextourismus war bis 1989 (bis zur rasanten Ausbreitung von HIV) eine unverzichtbare, sogar geförderte Komponente der Attraktivität Thailands als Reiseziel, obwohl Prostitution offiziell verboten ist. Wichtige Segmente der Tourismuswirtschaft sind Bangkok, Patong auf Phuket, Pattaya, Samui und Hat Yai. (Vorlaufer, 2009, 205) Thailand hat sich einen Namen als „Bordell der Welt“ gemacht. (vgl. Vorlaufer, 2009, 205)

Walter Meyer, der mehrere Jahre in Thailand gelebt hat, sagt darüber: „Die Prostitution wird hier zur kollektiven Entwürdigung und neokolonialistischen Ausbeutung. Denn entgegen der weitverbreiteten Auffassung, die Thais seien ein lockeres Völkchen und ihre Sexualmoral sei lasch und unkompliziert, sind ihre Moralbegriffe wesentlich strenger und komplizierter als bei uns.“ Mehr von diesem Beitrag lesen