Getrennter Sportunterricht

Ich habe gestern etwas die Nachrichten im TV verfolgt und ich finde es unglaublich, wie man aus einer Mücke einen Elefanten machen kann. Da die Medien anscheinend nichts anderes zu tun haben muss jetzt der Sportunterricht an Schulen herhalten. Allerdings würde das ganze ohne eine ordentliche Portion Islam keiner beachten.

Ich bin es langsam wirklich leid. Ständig ist das fremde gleich das schlechte und steht irgendwem und irgendwas im Wege. Die Integrationspolitik sei durch getrennten Sportunterricht gefährdet, die Schüler voneinander getrennt und das würde die Männer- und Frauenwürde verletzen. Sicher. Da haben die Medien und Politiker definitiv NICHT ins Schwarze getroffen. In Rheinland-Pfalz und in Bayern ist getrennter Sportunterricht seit Jahren gang und gebe. Ich selbst habe einen Lehrer in der Familie, er unterrichtet Sport in Bayern und findet es super, dass er sich nicht mit Mädchenproblemen beschäftigen muss und Mädchen immer eine Ansprechpartnerin in der weiblichen Lehrperson haben und sich da auch öffnen können. Und die Mädchen finden das auch super.

Schauen wir uns mal diese Bundesländer an und pauschalisieren auch etwas. Die Integration in diesen Ländern muss ja grauenvoll sein, von der Verletzung der Frauen- und Männerwürde ganz zu schweigen. Müsste man eigentlich gleich alle anklagen. Das es so etwas in Deutschland überhaupt gibt, ungeheuerlich.

Eure
Amitaf

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Über amitaf86
Studentin.

7 Responses to Getrennter Sportunterricht

  1. rausundlos says:

    Diese „Diskussion“ ist … wieder einmal … na ja, mir fehlen dafür eigentlich die Worte. Ich möchte eigentlich gar nicht sagen, dass es sinnlos ist – das ist sicher ein Thema, das für einige Menschen von belang ist – aber wir haben momentan weitaus wichtigere Themen, darunter tatsächlich Integration, aber dazu brauchen wir nicht diese Diskussion über den Sport und davon abgesehen, finde ich die Argumentationsweise zum Thema teilweise ziemlich schwach. Die ist tatsächlich sinnlos.

    Ich persönlich sehe auch keinen großen Unterschied zwischen Sport, den Jungen und Mädchen zusammen haben und Sport, der eben nach Geschlechtern getrennt statt findet.
    Bis zur 10ten Klasse hatte ich nur mit Jungen gemeinsam Sport, bin aus Bayern. In der Oberstufe wird das dann zusammengewürfelt.
    Ganz ehrlich: Das hat eigentlich niemand so richtig wahrgenommen.
    Dieser ganze Hype ist total übertrieben.

    Prinzipiell finde ich es aber eigentlich falsch, beim SCHULsport nach Geschlechtern zu trennen.
    Die Menschheit besteht aus zwei Geschlechtern, warum soll Kindern also suggeriert werden, dass da tatsächlich ein Unterschied besteht? Bestraft werden dabei die, die ohnehin nicht „so mainstream“ sind.
    Zum Beispiel: Mädchen, die gerne Fußball spielen, aber zwangsweise tanzen müssen, weil das Mädchen eben mal besser können sollen. Und Jungen, die Fußball spielen müssen, obwohl sie vielleicht lieber Leichtathletik gemacht hätten.
    Ist bei uns an vielen Schulen von Klasse 5 bis 10 tatsächlich Realität so. Und es gibt sicher einige, die das gut finden. Rollenbilder fördern und so. Find ich komplett falsch. Man sollte Persönlichkeit und Talent fördern.

    Stattdessen könnten alle zusammen alles ausprobieren. Genau das sollte bei Sport ja auch gefördert werden:
    den Horizont erweitern, neues ausprobieren und VON ANDEREN LERNEN. Und ich glaube tatsächlich, dass – auch wenn man nicht verallgemeinern sollte – Mädchen und Jungen teilweise andere Herangehensweisen haben an unterschiedliche Probleme/Aufgaben. Das ist wohl zum Teil anerzogen etc. Beim Sport könnte man so unterbewusst voneinander profitieren, denke ich, und vor allem solche unterbewusst anerzogene Verhaltensweisen langsam überkommen.

    Ach ja, und dass diese ganze Idee als positives Zeichen an Muslime verkauft wird, finde ich total geschmacklos! NSU-Aufklärung totales Debakel, da pfuschen „wir“ rum, türkische Medien bekommen nicht genügend Plätze, wir kennen es ja.
    Und dann wird sowas ausgegraben. Tz.

    Na. Da sag ich, dass es wichtigeres gibt und hab mich jetzt doch wieder selbst in Rage geschrieben. 😀 Und das vorm Schlafen.

    • amitaf86 says:

      Danke für diesen langen und tollen Beitrag. 😀

      Also ich hatte nie getrennten Sportunterricht und fand das manchmal schon arg blöd, vor allem in der Pubertät ist das alles ja so eine Sache. Was ich blöd fand, dass ich IMMER Sportlehrer hatte und wir so ziemlich jede Stunde am Ende Fußball gespielt haben und die Jungs hatten ja gar keine Lust mit uns Mädels zu spielen, da kann sich denken, wie oft wir den Ball abgekriegt haben. 😀

  2. janavar says:

    Wir hatten früher (in M-V) auch getrennten Sportunterricht – bis zur 10. Klasse, was wir wohl alle super fanden, weil wir Mädchen mit unserer Lehrerin z.B. Yoga gemacht haben. Es gibt so viele andere Gründe für die Geschlechtertrennung im Schulsport als nur eine Religion. Andersherum gibt es viel wichtigere gesellschaftliche Felder für die Integration als den Schulsport 🙂

  3. GreenyArt says:

    Also ich hatte immer schon gemischten Sportunterricht. Ich weiß gar nich, ob ein getrennter Unterricht besser gewesen wäre. Geschadet hätte es wohl keinem. Aber hätte es für uns persönlich auch einen Nutzen gehabt? Ich denke, das können andere besser beurteilen…Aber wie dem auch sei, wirklich ätzend finde ich diese Integrationsdebatte dahinter. Das klingt immer so, als wären Einwanderer prinzipiell nicht in der Lage, sich anzupassen und bräuchten sowieso immer die Hilfe vom Staat dazu. Und das ist schlichtweg quatsch….

    • amitaf86 says:

      Die Darstellung der Diskussion ist einfach schwachsinnig. Deutschland fängt ja erst allmählich damit an sich als Migrationsstaat wahrzunehmen, viel für die Integration von Migranten haben sie bis jetzt schließlich auch nicht gemacht.

  4. Anja says:

    Wir hatten erst gemeinsamen, dann in der Unterstufe getrennten und in der Oberstufe wieder gemischten Sportunterricht. Den gemischten Sportunterricht habe ich gehasst wie die Pest. Nicht nur das wir Mädchen dauernd vom Sportlehrer angefeindet wurden, dass wir gefälligst nicht so weit hinter den Jungs herhinken sollen beim Laufen, auch die Jungs Selbst, haben sich dauernd über die langsamsten Mädchen lustig gemacht, oder mit Freude die gut ausgestatteten Mädels beobachtet. Und wenn ein Mädchen mal nicht mitmachen konnte, weil es „krank“ war, war gleich Getuschel. Ganz abgesehen davon, dass es bei den Ballspielen dauernd Verletzte gab, weil die Jungs so grob waren. Also ich sehe in einem getrennten Sportunterricht viele Vorteile und meine (übrigens unreligiösen) Schul-Freundinnen waren auch wenig vom gemischten Sportunterricht begeistert.
    Beim getrennten Unterricht haben wir übrigens auch Mädchenfußball gespielt. Also die sportlichen Möglichkeiten sind nur durch Einfallslosigkeit oder den Sportlehrern begrenzt. Man braucht ja nicht zwingend Männer um Fußball zu spielen und die Jungen mussten bei uns auch alleine Leichtathletik machen.
    Liebe Grüße.

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