Bosnien und Herzegowinas Besetzung durch Österreich-Ungarn II

Die Österreichisch-Ungarische Herrschaft stieß bei allen Volksgruppen auf Widerstand, doch am ausgeprägtesten war dieser in der serbischen Bevölkerung. Diese erhielt von dem orthodoxen und slawischen Russland Unterstützung. Schon damals nahm Bosnien und Herzegowina einen zentralen Stellenwert für die „Serbische Idee“ ein. In der Vorstellung des Panserbismus wurde Bosnien und Herzegowina als ur-serbisches Gebiet begriffen.

Gegen Propagandawörter wie „rein serbischer“ (Charakter Bosniens) wurden seitens der Österreichisch-Ungarischen Verwaltung Schlagworte wie „Bosniertum“ und „kroatische Sprache“ ins Feld geführt. Viele Serben befürchteten eine Kroatisierung und Katholisierung Bosniens.

Schulreformen sollten den Alphabetisierungsgrad erhöhen, doch die Bevölkerung wollte keine lateinische Schrift erlernen, da sie eine Veränderung der Kyrillischen und Arabischen Sprache befürchteten. Dadurch wäre die Verbindung zu jeweiligen Mutterland (Serbien und Osmanisches Reich) gefährdet gewesen und die Schrift spielte für die Vermittlung der Religion eine wichtige Rolle.

Schließlich griff der Staat Österreich-Ungarn mit seinen Reformen weit mehr in die patriarchalische und traditionalistische Lebenswelt vor Ort ein, als es im Osmanischen Reich der Fall war.

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