Irgendwo im Nirgendwo

8122_1226139144452_2450554_nDa standen wir nun Irgendwo in Nirgendwo. Miriam* und ich, mit zwei großen Backpacker Rucksäcken mitten auf einer sehr verlassen wirkenden Straße. Das schlimme, wir stellten schnell fest, sie wirkte nicht nur so, sie war verlassen.

Ich weiß nicht mehr genau wo wir eigentlich hin wollten (ich glaube es war Kars), da wir damals nur einen Lonely Planet Reiseführer besaßen, richteten wir uns immer nach diesem. Ich erinnere mich, dass der Busbegleiter nachfragte (meist einige Male) wo wir hinreisen und irgendwann meinte er, wir müssen aussteigen. Verdutzt sahen wir ihn an. Er erklärte, dass sein Bus nicht so weit fährt und wir „hier aussteigen“ müssen. So, da war er nun, der Schock!

Kaum waren wir draußen, hüpfte der Busbegleiter wieder in die alte Kiste und man sah nur noch den Staub beim Davonbrausen. Unglücklich für uns, denn wir befanden uns Irgendwo weit im Osten der Türkei, auf kurdischem Gebiet, und wussten nicht weiter. Da kam auch schon eine Gruppe junger Männer, die alle ganz aufgeregt waren uns zu sehen, zwei Exoten, die es in ihr Dorf verschlagen hatte. Damals konnten weder Miriam noch ich besonders gut Türkisch, aber zum Kommunizieren reichte es. Also machten wir mit Händen, Füßen und dem Lonely Planet klar wo wir eigentlich hin wollten. Als die Männer verstanden, gab es erst einmal eine Besprechung untereinander. Es wurde eifrig gestikuliert und diskutiert. Nachdem sie sich einig zu sein schienen, deuteten sie uns ihnen zu folgen. Natürlich nahmen sie uns unser schweres Gepäck ab, obwohl wir betonten, dass wir das selbst tragen möchten. Ich hatte Mitleid mit ihnen, als sie darauf bestanden unsere Rucksäcke zu tragen, hatten sie wohl nicht mit so einer schwierigen Last gerechnet. In den Gesichtsausdrücken war ihnen abzulesen, wie überraschend das Gewicht sie erwischt hatte.

Der nächste Bus, den wir erwischen mussten, da wir sonst in diesem Nirgendwo festsaßen, fuhr von einer anderen Straße ab. Kaum hatten wir diese erreicht fuhr auch schon ein Bus auf uns zu. Die Männer winkten und schrien irgendwas, der Bus brauste an uns vorbei, um plötzlich anzuhalten. Was haben wir uns gefreut, er hielt an! Hurra! Weg aus dieser Einöde. Also schnell hingerannt. Während wir unser Gepäck abgaben machten die Jungs dem Busbegleiter klar wo wir hinwollten, wir wiederholten einfach nur immer wieder den Namen der Stadt und sagten im Chor „evet, evet“. Bevor es in den Bus ging bedankten wir uns bei den jungen Männern, die uns so nett geholfen hatten. Hätten wir diese nicht getroffen, Gott weiß wo wir in dieser Nacht gelandet wären, denn eine Touristengegend war der kleine Ort nicht gerade.

Eure
Amitaf

*Name geändert

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Über amitaf86
Studentin.

4 Responses to Irgendwo im Nirgendwo

  1. GreenyArt says:

    Klingt auf jeden Fall spannend 🙂

  2. Holle says:

    Abenteuerurlaub schlecht hin! 😀
    Coole Geschichte, da glaubt man wieder an das Gute in den Menschen 😉

    Und danke für all deine lieben Kommentare bei mir. 🙂 Werde mich morgen bein Broccoli üben ^^ Mal sehen, was das werden soll 😀

    • amitaf86 says:

      So ungefähr! 😀 Ab und zu verschlug es uns wirklich in die Pampa. 😀 Mit den Menschen hatten wir wirklich Glück, wir haben viele getroffen, ohne deren Hilfe wir völlig aufgeschmissen gewesen wären. 🙂

      Bitte, bitte. 😉 Ich schau gerne bei dir vorbei. 🙂 Ist der Broccoli endlich zum Einsatz gekommen? 😀

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