Yugoslavian Gigolo von Zoran Drvenkar

Kroatien zu Zeiten des Bürgerkrieges. Alle Kriegsfähigen Männer werden in die Armee berufen, die meisten wollen freiwillig Kämpfen und ihr Land und ihre Ehre verteidigen. Nur der 23 jährige Branko hat keine Lust auf Krieg, keine Lust für etwas zu kämpfen, was ihm nichts bedeutet. Er desertiert und flüchtet zu seinem Cousin nach Krizevic. Dieser versteckt ihn, unter dem Vorwand er hätte die Parkinson-Krankheit, bei sich in der Stadt und besorgt ihm Arbeit.

Der Deserteur weiß zunächst nicht wohin. Er hat nicht vor lange zu bleiben, aber er hat auch kein Ziel vor Augen. Seine Schwester und seine Mutter sind ihm egal, Branko empfindet Antipathie ihnen gegenüber, ihn hält nichts in Kroatien.

Eines Tages geht er alleine ins Kino und sieht einen Film mit Robert de Niro. Er ist so fasziniert, dass er sich diesen gleich zwei Mal ansieht. Von da an prägt er sich jede Geste des Schauspielers ein. Er hat seinen Weg vor Augen, hoch hinaus im Leben, genau wie de Niro in den Filmen. Während andere Männer ihre Zeit mit Frauen und Feiern verbringen, lernt er der Deutsch.

Eines Tages trifft er auf einer Landstraße eine Frau, Ivanka. Sie ist älter als er, sieht verbraucht aus und ist nicht hübsch. Es ist das erste und einzige Treffen der beiden. Er sammelt sie am Wegesrand ein, als sie nach Hause will. Von da an bringt er ihr immer wieder Würstchen oder andere Fleischwaren, übergibt sie allerdings nicht persönlich, sondern legt sie nur in ihren Briefkasten. Als er sich doch entschließt ihr einen Besuch abzustatten, weil er merkt, dass er sich in sie verliebt hat, findet er sie in ihrem Schlafzimmer, erhängt.

Die Sommersaison beginnt. Krizevic ist voller Touristinnen, die viel Geld mitbringen. Branko kleidet sich gut ein, verhält sich wie sein Vorbild und geht auf die Pirsch. Er fängt an für Geld mit Frauen zu schlafen. Trifft aber niemals die gleiche zwei Mal und schläft auch nur mit den Ausländerinnen, die Einheimischen lässt er in Ruhe, er will keinen Ärger und noch weniger jemanden, der ihn an Krizevic oder Kroatien binden könnte.

Der Deserteur lebt in ständiger Angst entdeckt zu werden. Eines Tages, an dem er geplant hatte das Land zu verlassen, steht seine Mutter vor der Tür. Sie will dass er sich stellt, was für Branko nicht in Frage kommt. Er versteht nicht, wie seine eigene Mutter ihn ins Gefängnis schicken will, da kommen auch schon Beamte um ihn abzuholen. Schnell flieht er in die Wohnung einer Nachbarin und versteckt sich bei ihr.

Die Flucht gelingt. In Deutschland angekommen findet er Arbeit in München, als Tellerwäscher und Kellner. Nach geraumer Zeit nimmt Branko seine Arbeit als Gigolo wieder auf. Eines Tages kommt die Gewalt, welche er die ganze Zeit in sich rumträgt, zum Vorschein und er verprügelt eine seiner Kundinnen und fügt ihr starke Wunden zu. Prompt kassiert er eine Anzeige. Während er versucht diese umzustimmen, nachdem er in ihr Haus eingebrochen ist, wird er von ihr erstochen und verliert das Bewusstsein. Als er zu sich kommt geht alles ganz schnell. Der Mann der Frau trifft unerwartet zu Hause ein, schlägt auf ihn nieder, erschießt seine Frau und anschließend sich selbst. Branko flieht in dem Auto des Ehepaares und kommt auf dem Weg nach Berlin um.

Es ist nicht die Handlung des Buches, welche es lesenswert macht, sondern der stark gestörte Charakter Branko. Während er versucht zu fliehen um ein mächtiger Mann zu werden, verliert er sich selbst immer mehr auf diesem Weg, bis ihn seine eigenen Taten einholen und umbringen.

Das Buch ist hier erhältlich: Klett-Cotta

Viel Spaß beim Lesen.

Eure                                                                                                                                                                                                                                                    Amitaf

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Über amitaf86
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