“Balkan Diaries” in Bosnien und Herzegowina: Die Bosnier sind die Iren des Balkans”


Ursprünglich veröffentlicht auf Balkanblogger:

Balkan Diaries Ausstellung

Balkan Diaries Ausstellung

Der Fotograf Thomas Bönig reist im September 2013 zusammen mit einem Kameramann und Journalisten nach Bosnien, um das Land näher kennen zu lernen. Sie besuchen viele Städte, reisen 3486 Kilometer durch das Land. Bei ihrer Rückkehr haben sie viele ihrer Impressionen auf Fotos und Videos festgehalten, welche diesen Freitag in Nürnberg vorgestellt werden. Balkanblogger sprach mit dem Fotografen, um seine Beweggründe zu dieser für den Westen sehr ungewöhnlichen Reise zu erfahren und den Grund für die “düsteren” Bilder zu hinterfragen.

Tuzla (Foto: Thomas Bönig)

Tuzla (Foto: Thomas Bönig)

Warum fiel die Wahl auf Bosnien und Herzegowina?

Die Frage wurde mir in der Zwischenzeit in jedem Interview gestellt und man sollte meinen ich hätte in der Zwischenzeit eine smarte und plausible Antwort darauf. Ich kann dazu nur sagen, dass ich einen Beitrag im Fernsehen gesehen habe, eine Gedenkfeier in Sarajevo, bei der für jeden Toten ein roter Plastikstuhl aufgestellt wurde… Und diese Stuhlreihe…

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In der Israelischen Botschaft – Berlin


botschaftLetztens war ich mit meinen Freundinnen in Berlin. Eine von ihnen brauchte ein Visum für Israel, ein Tagesvisum, da sie dort für ein paar Stunden mit einem Kreuzfahrtschiff anlegen werden. So weit, so gut. Pünktlich angekommen merkten wir, dass sich die ganze Sache für uns ziemlich hinziehen könnte. Vor der Botschaft gibt es ein kleines Glashaus, in das 7-10 Menschen passen, wenn alle stehen. Ein Gebäude, das ein kleiner Raum ist, mit einer schweren Tür, Kamera und Tonaufnahme davor, war an den Glaskasten angeschlossen. Dahinter drei riesige Gebäude, die Botschaft. Es wird am Eingang ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man mit einem iPad, Laptop oder anderen Geräten nicht in die Botschaft gelassen wird. Und es durfte jeweils nur eine Person rein, wenn zwei zusammengehörten, dann diese auch. Erst wenn diejenigen fertig waren, durfte der/die Nächste rein.

Wir waren mehr als zwei Personen und wurden natürlich nicht rein gelassen. Nur meine Freundin sollte rein, da sie aber nicht so gut Englisch spricht und die Israelis kein Wort Deutsch verstanden, erwies sich das als schwierig. Schließlich wurde sie per Gegensprechanlage über alles ausgefragt, nachdem uns zugesagt wurde, dass ein Deutsch sprechender Mitarbeiter gefunden werden wird. Der Mitarbeiter verstand nicht ein Wort von dem, was sie sagte. Alleine bei Kreuzfahrt fragte er mehrere Male nach und schwieg anschließend um „ahm… ok“ zu antworten. Danach hieß es wieder warten, um anschließend wieder per Gegensprechanlage von jemandem ausgefragt zu werden, der angeblich Deutsch sprach. Der Typ am anderen Ende verstand natürlich wieder mal kein einziges Wort. OK, wieder warten. Mehr von diesem Beitrag lesen

Tolerant, aber doch urteilend.


Vor kurzem schrieb Gregor unter einen in bosnischer Sprache verfassten Kommentar, dass er jetzt nur noch muslimisch lernen müsse. Mit einem Zwinkersmiley dahinter. Da ich nicht wusste wie der Kommentar gemeint war, fragte ich nach, warum eine Fremdsprache, von Muslimen gesprochen, gleich mit muslimisch gleichgesetzt wird. Gregor entschuldigte sich, gestand „von solchen Dingen“ nicht viel zu wissen und erklärte, dass er den Satz sarkastisch gemeint hatte. (Den genauen Verlauf könnt ihr hier in den Kommentaren nachlesen.)

Gregor erklärter mir, dass er nichts gegen Ausländer habe, warum auch? Was mich aber etwas stutzig machte war die Aussage: „Obwohl ich immer nicht gut finde, was zb. in der Türkei los ist und die Frauen regelrecht vergewaltigt werden, weil sie ja eh nur Putzen, Kinder kriegen und kurz zum bespringen sein sollten. Andere Rechte haben die ja nicht.“

Ich frage mich, woher nimmst du dieses Wissen Gregor? Woher hast du dieses Bild? Warst du jemals in der Türkei und bist du mit Türken, bzw. türkischstämmigen Menschen befreundet?

Diese Fragen hätte ich wirklich gerne beantwortet. Woher kommt so eine Denkweise? So ein Bild über die Türken? Zumal Gregor nicht der einzige ist, der so denkt.

Eure
Amitaf

P.S. Gregor, ich habe eine Bitte an dich, wenn du dir die Zeit nehmen würdest/könntest, um auf die Fragen ausführlich zu antworten und mir den Text per Mail zu schicken, dann würde ich den Text sehr gerne hier veröffentlichen. Da ich denke, dass die Kommentarfunktion zu eng dafür werden könnte und ich mich über eine ausführliche Antwort freuen würde.

Natürlich freue ich mich auch über jeden anderen Beitrag/Kommentar zu diesem Thema und eure Meinung dazu.

Dem Alltagsrassismus Gehör verschaffen – #SchauHin


Seit Freitag 15.55 Uhr steht er fest, der, von der Journalistin und Bloggerin Kübra Gümüşay ins Leben gerufene, Hashtag #SchauHin. Die Idee zum Hashtag #SchauHin entstand letzte Woche bei der Konferenz: “Rassismus und Sexismus ab-bloggen”, organisiert von der Friedrich Ebert Stiftung in Berlin. Am Freitag wurde mit vielen anderen online diskutiert, wie ein Hashtag über Alltagsrassismus in Deutschland aussehen könnte, jeder konnte mit diskutieren und seine Ideen einbringen. Sieger wurde #SchauHin.

Die Twitter-Gemeinde scheint diesen Hashtag dringend gebraucht zu haben. Denn wo sonst sollten sie den Menschen mitteilen, womit sie im alltäglichen Leben konfrontiert werden? Die Twitter-Nutzer zeigen wie das Leben eines Migranten, eines Menschen mit einer anderen Hautfarbe und/oder einfach nur eines Menschen, der anders ist, in Deutschland aussieht. Sie möchten die Vielfalt der Menschen widerspiegeln und sichtbar machen. Mit wie vielen Vorurteilen wir in Deutschland zu kämpfen haben und was wir uns alles anhören müssen. Die Nutzer teilen ihre Erfahrungen und Erlebnisse allen mit und zeigen auf: Ja, es muss endlich darüber gesprochen werden! Die Rassismus Debatte muss endlich in der Gesellschaft ankommen und bewusst werden.
Das dieses Projekt erfolgreich sein kann zeigt uns die, Anfang des Jahres in den Medien heiß diskutierte, Sexismus-Debatte, an welcher sich die Idee zu #SchauHin orientiert(e).

Dieses Interview der taz mit Philipp Rösler zeigt, das Thema wird totgeschwiegen. Zweiundzwanzig Fragen und keine Antworten. Rassismus erhält keinen Einzug auf die mediale Bühne.

#SchauHin soll die Menschen dazu bewegen sich Fragen zu stellen: Wie rassistisch ist unsere Gesellschaft eigentlich? Wie rassistisch bin ich?

Es geht nicht darum zu zeigen dass Deutschland rassistisch ist, es geht auch nicht darum jemanden Vorwürfe zu machen. Es geht darum in der Gesellschaft ein Bewusstsein für dieses Thema zu schaffen und zu schärfen.

Heute Abend um 20:15 Uhr spricht Kübra Gümüşay live mit Tilo Jung und Emran Feroz bei Jung+Naiv-Hangout über #SchauHin.

Hier einige Erzählungen und Erfahrungen zitiert:

 

 

Eure
Amitaf

Freude


Ich kann meine Freude nicht mit jedem teilen. Es gibt gibt vielleicht ein halbes Dutzend Menschen, von denen ich weiß, dass sie sich ehrlich und aufrichtig freuen, wenn ich Erfolg habe oder mich über irgendetwas riesig freue. Dann erzähle ich es diesen Menschen, denn ich weiß sie freuen sich mit mir und dadurch wird meine eigene Freude noch ein Mal gesteigert.  Genau diese Menschen sind es, die mir ebenfalls Freude schenken, wenn ihnen etwas schönes widerfährt und sie mir begeistert davon erzählen. Für sie kann ich mich ehrlichen Herzens freuen, als wäre das gleiche Glück mir widerfahren. Ich sage dann zwar oft, dass ich neidisch bin, aber ich wünsche ihnen, dass sie noch mehr erreichen und das wissen sie auch. Und wenn sie mir im Detail von ihren Erlebnissen und Eindrücken berichten, dann ist es so, als wäre ich dabei gewesen, bei diesem besonderen Moment.

Anderen erzähle ich nichts über meine persönlichen Gefühle oder Erlebnisse, ganz gleich ob gut oder schlecht, da es für mich in meinen Privatsphärebereich fällt und Fremde nichts angeht.

Dann gibt es wieder Menschen, die mir von ihrer Freude erzählen und obwohl es mich wirklich für sie freut, ist es mir doch gleich. Ich finde es super, dass sie ihren Weg gehen und Ziele erreichen und glücklich sind. Ich würde sie auch als meine “Freunde” bezeichnen, aber wenn ich ehrlich bin verbindet mich mit diesen Menschen so gut wie nichts, außer einer gemeinsamen, meist kurzen, Vergangenheit. Als wir noch Freunde waren und unsere Sorgen und Meinungen geteilt haben, bis einer von uns einen anderen Weg eingeschlagen und sich für andere Menschen (in seiner Gesellschaft) entschieden hat. Ich mag diese Menschen immer noch, was nichts an der Tatsache ändert, dass sie mir gleich sind. Wenn sie Kummer haben, dann tut es mir Leid und ich finde es schade, aber ich fühle nicht mit ihnen. Es ist, wie es ist. Daran kann man nichts ändern. Aber wenn meine Freunde Kummer haben, dann tut es mir in der Seele weh und ich würde ihnen gerne helfen.

Manche empfinden mich vielleicht als kalt. Vielleicht haben sie auch Recht. Ich weiß nur, dass ich sorgfältig auswähle, für wen ich meine Gefühle und Nerven hergebe, so einfach ist das.

Eure
Amitaf

Worte auf meiner Stirn – Nafisa Haji


Letztens suchte ich nach ‘nem Geschenk, ein Buch. Ich weiß, klingt langweilig, ist es für die meisten wahrscheinlich auch. Aber ich verschenke wirklich extrem selten Bücher, ich kann an einer Hand abzählen, wie viele ich schon verschenkt habe. Beim rumstöbern auf der Hugendubel-Homepage sah ich mich ein bisschen bei den Schnäppchen um und entdeckte das Buch “Worte auf meiner Stirn” von Nafisa Haji. Da es einen unschlagbaren Preis hatte wurde es gleich mitbestellt. Lange hielt ich mich von dem Buch fern. Verstaute es in meinem Bücherregal ganz tief hinter allen anderen Büchern, aber jedes Mal, wenn ich mein Zimmer betrat sah ich das Buch an und zwang mich mich wegzudrehen. Ich musste schließlich viele andere Texte viel dringender lesen. Aber ich wurde von dem Buch angezogen wie ein Magnet.

NafisaHaji_Worte_auf_meiner_StirnAm Sonntag schnappte ich mir dann das Buch schließlich und fing an zu lesen. Konnte es, wie schon geahnt, nicht mehr aus der Hand legen. Ein unglaublich spannendes Buch über ein pakistanisch-indisches Mädchen, das in Los Angeles geboren ist und dort aufwuchs. Saira wird mit den Werten ihrer pakistanisch-indischen Eltern großgezogen. Während ihre ältere Schwester sich an alle kulturellen Gepflogenheiten und Rituale hält beginnt Saira als junge Erwachsene ihr Leben in komplett andere Bahnen zu lenken. Während sie am Anfang schockiert ist von den anderen indischen Mädchen, die im Teenageralter kaum was von ihrer Kultur zu wissen scheinen und diese erst Recht nicht ausleben wollen, kehrt sie ihren Prinzipien und Werten, in ihren Studienjahren, den Rücken.

Ein Mädchen, wie jedes Migrantenkind, das hin und her gerissen ist von zwei Kulturen, die es vereinen und mit denen es leben muss. Ein Buch das zeigt, dass nicht alle Menschen über einen Kamm geschert werden dürfen. Ein Buch das zeigt wie es vielen Muslimen zu dem Zeitpunkt 9/11 ging und womit diese Menschen leben mussten und müssen. Das Buch zeigt, welche Folgen 9/11 für die Muslime in Amerika hatte und welche Schicksalsschläge unschuldige Familien ereilten.

Ich kann dieses Buch jedem nur empfehlen. Ich habe es, wie oben erwähnt, bei Hugendubel für nur 1!!! € erhalten. Hier der Link zum Buch: “Worte auf meiner Stirn” – Nafisa Haji. Der Versand ist kostenlos.

Eure
Amitaf

Muslims on the Web


Eben sah ich dieses Video von Kübra Gümüşay auf Youtube. Es ist ein guter Vortrag, der vielleicht dem einen oder anderen die Augen öffnet und/oder eine andere Sichtweise aufzeigt. Sie berichtet über ihre Erfahrungen als Muslima im Web und mit den Social Medias. Viel Spaß beim Schauen.

Eure
Amitaf

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